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Home > Tonwelt Spezial 'Out of print' am 29.11.2006

Tonwelt Spezial 'Out of print' am 29.11.2006

Kurioses und vergessenes der Independent Ära.
Teil 1 - die späten 80er.

Gerade im Independent Bereich ist es an der Tagesordnung, dass Tonträger-Veröffentlichungen auf wenige hundert Exemplare begrenzt sind und manch eine Band hat in ihrer kurzen Schaffenszeit gerade mal eine Maxi veröffentlicht, die nur in wenige Hände gelangt ist. Aber auch Diskographien von Künstlern, die über einen längeren Zeitraum aktiv waren und sogar gewisse Bekanntheit erlangt haben, können irgendwann komplett vom Markt verschwunden sein, wenn Plattenfirmen aufgrund geringer Nachfrage kein Interesse mehr an einer Neuauflage haben, Label oder Band auch gar nicht mehr existieren oder die Rechtelage unklar geworden ist. Out of Print...

Wenn man Glück hat, findet man solche Kleinode, mit denen manchmal einfach nur persönliche Erinnerungen verbunden sind, heute natürlich noch auf Plattenbörsen oder in Internetauktionen. Mal für wenig Geld, mal aber auch zum stolzen Sammlerpreis weit über dem einstigen Verkaufspreis oder dem was heute ein reguläres Album kostet. Aber es geht auch günstiger.

Das Tonwelt Spezial am 29.11.2006 bringt einige dieser heute raren Veröffentlichungen aus den späten 80ern wieder ins Radio, wobei die Auswahl nur punktuell und willkürlich bleiben kann. Zu hören sein werden Songs von Ganzheit, Technoquake, SPK, MDMA, Parade Ground, Single Gun Theorie, Data, Screaming Trees (UK), Museum of Devotion, Heavenly Bodies, Manufacture, Chayell, Moev, Torch Song und viele mehr.

Tonwelt on Air im Raum Hildesheim auf Radio Tonkuhle auf UKW 105,3 MHz und im Internet unter www.tonkuhle.de.

Der Linktip zur Sendung "Out of Print" für eigene Recherchen: www.discogs.com

Die Playlist mit vielen Links und einigen Moderationstexten.

Technoquake - Crack Baby (1990)
www.discogs.com/artist/Technoquake

Torch Song - Sweet Thing (1987)
(von Exhibit A)

Torch Song, die erste Band des britischen Musikers und Produzenten William Orbit, der erst viele Jahre nach dieser Aufnahme durch seine Produzententätigkeit für Madonna große Popularität erreichte und sogar einen Grammy gewann. Zusammen mit Sängerin Laurie Mayer gründete er anfang der 80er Jahre die Band Torch Song und es erschienen neben einigen Maxis 1984 die LP Wish Thing und zwei Jahre darauf das Album Ecstasy. Das Stück Sweet Thing wurde ursprünglich auf der Debüt-LP Wish Thing veröffentlicht und ist als etwas besser klingende Version auf der 87er Compilation Exhibit A zu finden, auf der ausgewählte Stücke der ersten beiden Torch Song Alben nochmal wiederveröffentlicht wurden. Erst im Jahr 1995 gab es mit der CD Towards The Unknown Region und dem neuen Musiker Rico Conning nochmal ein Comback unter dem Namen Torch Song, welches musikalisch aber nicht mehr viel mit den alten Torch Song zu tun hatte, sondern mehr im Ambient Bereich angesiedelt war. Über die Jahre haben William Orbit, Laurie Mayer und Rico Conning aber auch in anderen Projekten wie Strange Cargo oder Bassomatic immer wieder zusammengearbeitet und auch dieses Jahr ist mit Hello Waveforms gerade eine neue Orbit-Veröffentlichung erschienen, an der alle drei mitgewirkt haben. Die alten Torch Song LPs und Maxis sind hingegen sämtlichst vergriffen wurden bisher nie wieder aufgelegt. Ein Versuch von Orbit, dies im Jahr 1996 zu ändern ist letztlich daran gescheitert, dass das rechteinnehabende Label IRS just zu dieser Zeit Pleite ging.

www.torchsongonline.com
www.williamorbit.com
www.lauriemayer.com
www.discogs.com/artist/Torch+Song

Hard Corps - Desolation Land (1989)
(von Metal and Flesh)


Die Hard Corps mit Desolation Land, eine der letzten Veröffentlichungen dieser Formation, erschienen 1989 auf dem Sampler Funky Alternatives 3 und im Jahr 1990 nochmal auf der posthumen Hard Corps Compilation Metal and Flesh. Die Tatsache, dass die in Frankreich geborene Hard Corps Sängerin Regine Fetet einige Songs wie Porte Bonheur auf Französisch gesungen hat, lässt auch heute noch manchen glauben, es handele sich um eine französische Formation. Tatsächlich waren sie aber britisch und kamen aus London. Größtes Ereignis in der Bandgeschichte war 1988 der Tourneesupport für Depeche Mode zur "Music for the Masses" Tour. Leider beschränkten sich diese Auftritte auf GB, denn auf dem Festland übernahmen zu jener Zeit Front 242 die Begleitung für Depeche Mode. Die musikalische Hinterlassenschaft der Hard Corps beschränkt sich neben der heute allenfalls zu höchstpreisen erhältlichen Compilation Metal and Flesh, leider nur auf eine handvoll ebenso seltener Maxis aus den Jahren 1984-1987. Leider beginnen mittlerweile auch interessante Websites mit den letzten gesammelten Infos über diese Formation aus dem Netz zu verschwinden, wie lexiconmagazine.com. Andererseits deutet sich seit einiger Zeit auch eine Reaktivierung der Hard Corps an, eine eigene Website haben sie schon einmal.

www.discogs.com/artist/Hard+Corps
http://web.archive.org/web/20041019104122/http://www.lexiconmagazine.com/NWC/Hard_Corps.html
www.hardcorps.tv

Moev - Sea-Missile Hotel (1986)
(von der EP Took Out The Lace)

Meov mit Sea Missile Motel, die B-Seite der Maxi Took Out The Lace aus dem Jahr 1986. Die kanadische Band um den Musiker Tom Ferris blickt auf eine wechselvolle Bandgeschichte mit vielen personellen Umbesetzungen zurück und hatte in den wenigen aktiven Jahren seit 1981 nicht weniger als 6 verschiedene Sänger und Sängerinnen. Moev wurden vor allem ab dem Jahr 1988 in Deutschland mit ihrer LP Yeah Whatever bekannt, brachten 2 Jahre danach noch mit prominenter Unterstützung durch den Depeche Mode und Nine Inch Nails Produzenten John Fryer und der wunderbaren Sarah McLachlan als Backgroundsängerin das Album Head Down heraus und verschwanden plötzlich von der Bildfläche, als es mit dem nahezu perfekten Album gerade richtig aufwärts zu gehen schien. Es folgten Schicksalsschläge. Dean Russel, prägender Sänger auf Yeah Whatever und Head Down verstarb im Jahr 1994 nach längerer Krankheit und es dauerte bis zum Jahr 1999, dass Bandleader Tom Ferris sich mit seinem langjährigen Kollegen Kelly Cook wieder zusammentat, um die Comeback EP Suffer zu produzieren, auf der Tom Ferris Frau Julie als neue Sängerin debutierte und damit in die Fußstapfen der noch auf Sea Missile Motel zu hörenden Michella Arrichiello trat. Trotz vielversprechender Ankündigungen blieb es danach für weitere 6 Jahre still um Moev, seit diesem Jahr haben sie aber wieder ihre Website reaktiviert und erneut neues Material angekündigt.

www.moev.ca
www.musicmaniac.de/moev/index.html
www.discogs.com/artist/Moev

Single Gun Theory - Open the Skies (1987)
(von Excorcise this Wasteland)

www.sgt.com.au
www.myspace.com/thesingleguntheory
www.discogs.com/artist/Single+Gun+Theory

A Split Second - From the Inside (1988)
Chayell - It's never to hot (1987)

www.micrart.com/ass/assindex.htm
www.swerquin.net/ass.htm
www.discogs.com/artist/A+Split+-+Second

Heavenly Bodies - Sendero Luminoso (1988)
(von Celestial)

www.discogs.com/artist/Heavenly+Bodies+(2)

Pink Industry - New Beginnings (1985)
www.discogs.com/artist/Pink+Industry
www.link2wales.co.uk/lpool/pink.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Pink_Industry

SPK - Metal Dance (1985)
(von Machine Age Voodoo)

http://home.scarlet.be/~spk/
www.brainwashed.com/axis/spk/index.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/SPK_%28Band%29
www.discogs.com/artist/SPK

MDMA - Evidence (1989)
MDMA mit Evidence, eine längst vergriffene Maxi aus dem Jahr 1989. MDMA fanden hierzulande wahrscheinlich vor allem deswegen etwas Beachtung, da sie von den beiden ehemaligen Cassandra Complex Musikern Keith Langley und Jez Willis ins Leben gerufen wurden und mit ähnlichem Gitarrensound ein bischen vom damaligen Cassandra Complex Erfolgskuchen mitnehmen konnten. Nach einer LP im Jahr 1989, die nochmal alle zuvor auf Maxis erschienen Titel enthielt, benannten sich MDMA in Utah Saints um.

www.discogs.com/artist/MDMA+(2)

The Cassandra Complex - Something Came Over Me (1987)
Auch die frühen Cassandra Complex Veröffentlichungen sind heute nicht mehr regulär erhältlich und Cassandra Complex Kopf Rodney Orpheus hat sich in den letzten Jahren weitgehend aus dem aktiven Musikgeschäft zurückgezogen um stattdessen im Musikumfeld für eine Softwarefirma zu arbeiten. Da Cassandra Complex zu ihrer Zeit immerhin zu den populärsten Bands der Szene gehörten, sind ihre Platten und CDs wenigstens auf dem Gebrauchtmarkt gut zu bekommen. Für das Out of Print Spezial habe ich die B-Seite der 87er Single Kill Your Children ausgewählt: Something Came Over Me, 1989 nochmals als Bonustrack auf einer Neuauflage der CD Hello America zu finden.

www.rodneyorpheus.dsl.pipex.com/complex/index.html
www.discogs.com/artist/Cassandra+Complex,+The
www.musicmaniac.de/bands/cassandr/index.html

Parade Ground - Cut-Throat Business (1988)
(von Cut Up)

www.parade-ground.net
www.swerquin.net/parade.htm
www.discogs.com/artist/Parade+Ground

Data - Cubismo (1985)
(von Elegant Machinery)

Data ist das 80er Jahre Projekt des norwegischen Musikers Georg Kajanus, der in 70er vor allem mit seiner Band Sailor und Hits wie Glass of Champagne oder Girls Girls Girls bekannt wurde. Mit den Schwestern Phil und Frankie Boulter rief Kajanus 1981 Data ins Leben und es wurden insgesamt 3 LPs aufgenommen. Die letzte aus dem Jahr 1985 hies Elegant Machinery und davon stammt das Stück Cubismo. 1995 wurde vom schwedischen Label Eternity Records die CD Accumulator herausgebracht, die die beiden letzten Alben komplett enthielt, aber nach einiger Zeit auch komplett vergriffen war und heute zu horrenden Preisen in Internetauktionen gehandelt wird. Georg Kajanus hat darauf mittlerweile reagiert und bietet seit kurzem die raren Data Alben als remasterte CDs im Eigenvertrieb an.

www.sailor-marinero.com/related_data.htm
www.discogs.com/artist/Data+(2)

Book Of Love - Lost Souls (1986)
www.bookoflovemusic.com
www.discogs.com/artist/Book+Of+Love

Severed Heads - Bad Mood Guy (1988)
(von Bad Mood Guy)

Die Severed Heads mit Bad Mood Guy, das Titelstück des gleichnamigen 88er Albums, welches seinerzeit über den Umweg Kanada und das Nettwerk Label den Weg nach Deutschland gefunden hat. Die Severed Heads nehmen in diesem Spezial sicherlich eine Sonderrolle ein. Denn Sie sind längst nicht so Out of Print, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Suche bei den gängigen CD Händern bleibt zwar erfolglos, aber auf der Severed Heads Website gibt es mittlerweile alle klassischen Severed Heads CDs als handgemachte CDRs zum nachkaufen, natürlich remastered und höchstpersönlich gebrannt von Severed Heads Mastermind Tom Ellard. Dieser veröffentlicht auf diesem Weg auch regelmäßig neue Severed Heads Alben, die man bei dieser Gelegenheit auch gleich erwerben kann.

www.sevcom.com
www.severed-heads.co.uk
www.discogs.com/artist/Severed+Heads

Ganzheit - Bolt it down (1986)
(von der EP Brains to the Wall)

www.discogs.com/artist/Ganzheit

Screaming Trees - The Big Hitter (1987)
(von A Fracture In Time)

www.discogs.com/artist/Screaming+Trees+(UK)

Museum of Devotion - Motivation (1988)
(von To The Pink Period)

www.discogs.com/artist/Museum+Of+Devotion

Finitribe - Make it Internal (Integrity Mix) (1987)
www.discogs.com/artist/Finitribe
www.myspace.com/finitribe

VF Decoder - Call My Name (1988)

Manufacture - As the End Draws Near (1988)
(von Terrorvision)

www.myspace.com/officialmanufacture
www.discogs.com/artist/Manufacture

Björn, 29.11.2006 21:37